Tag Archives: vegetarisch essen

Warum vegetarische Schnitzel?

28 Mai

Bild: Lichtbild Austria / pixelio.de

Wenn Nicht-Vegetarier mitleidig auf unsere Teller gucken erblicken sie viele seltsame Dinge: Tofu- und Milchschnitzel, Seitanbratlinge und Würstchen mit so stimmungsvollen Zusatzbezeichnungen von „wie Fleisch“ bis „fleischfrei“. Vegetarische Fleischalternativen gibt es noch und nöcher. Aber mal ganz ehrlich…warum fleischfreier Leberkäs, Tofu-Rostbratwürstchen und Seitan-Burger antun, wenns doch auch die „Echten“ gibt? Wenn man Vegetarier ist, schmeckt einem doch sowieso kein Fleisch, wieso imitiert man dieses Teufelszeug also krampfhaft?

Ganz einfach: Weil’s schmeckt. Spätestens jetzt werden die Augen größer, ist es doch ungeschriebenes Gesetz, dass Vegetarier den Geschmack von Fleisch verachten.
Sorry liebe Mitmenschen, das ist leider nicht immer so. Auch bei Vegetariern gibt es unterschiedliche Motive, warum sie auf Fleisch verzichten. Der Großteil verzichtet aus moralischen und ethischen Gründen auf Fleisch. Eine Studie der Uni Jena unter 4000 Vegetariern hat gezeigt, das sage und schreibe 62% aller befragten Vegetarier aus moralischen Gründen fleischfrei leben. Lediglich 11% verzichten, weil sie den Geschmack von Fleisch ablehnen.

Eigentlich ist es ganz einfach: Auch vegetarische Geschmacksnerven haben sich über Jahre und Jahrzehnte an Fleisch gewöhnt. Und einige von uns würden es – rein geschmacklich gesehen – auch gerne weiter essen…nur die Tatsache, dass für lecker Steak und Schnitzel diverse Rinder und Schweine sterben müssen und in der Wurst viel weiteres (undefinierbares) Getier steckt reicht, um uns ordentlich den Appetit zu verderben. Logische Konsequenz: es muss Ersatz her – je echter, desto besser! Inzwischen mangelt es ja Gott sei Dank nicht mehr an Produkten. In jeden halbwegs gut sortierten Supermarkt finden sich vegetarische Alternativen zu Wurst und Fleisch. Wer mehr Auswahl möchte, geht in den Biosupermarkt oder bestellt online (zum Beispiel bei www.alles-vegetarisch.de).

Gerade Neu-Vegetariern fehlt es Anfangs an Ideen, wie und womit sie Fleisch auf dem Speiseplan ersetzen können. Auch die Zubereitung von Tofu und Seitan will gelernt sein – und wozu isst man das Zeug dann eigentlich? Ein vegetarisches „Steak“ oder eine Tofuwurst kann man direkt einordnen und man weiß ohne nachzufragen, wie sie zubereitet werden muss. Das erleichtert vielen die Umstellung ungemein und verhindert, dass allzu schnell das Handtuch geworfen wird.

Am Anfang hilft nur: probieren, probieren und noch mal probieren. Denn wo Licht, da auch Schatten: Manche vegetarischen Fleischalternativen schmecken einfach nur zum davon laufen. Einige Hersteller haben es aber geschafft, wirklich nah an die Konsistenz und den Geschmack von Fleisch heran zu kommen, so dass auch manche Nicht-Vegetarier kaum einen Unterschied merken werden. Wer erst einmal auf Bewährtes zurück greifen möchte, bekommt zum Abschluss meine Top 5 der vegetarischen Fleischalternativen – getestet, und für lecker befunden! (Und nein, ich werde von keinem der Hersteller bezahlt :))

1: Heirler „Feine Lyoner“ (vegan, gibts in fast jedem Bioladen, auch als (nicht vegane) Mortadella)

2: Aldi Tofuschnitzel

3: Wheaty Frankenberger (vegan, in der Pfanne genial, auf dem Grill eher nicht so doll. Wheaty Produkte sind generell immer sehr zu empfehlen!)

4: Valess Schnitzel (fast schon beängstigend, wie sehr das nach Hühnchen schmeckt! Gibts auch ohne Panade für den Grill)

5: Aldi Veggieburger (Einfach nur: nom nom!)

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Perfekt als Vorspeise: Klassisches Artischocken-Rezept

29 Mai

Und weils so gut zum letzten Beitrag passt, gibt es passend dazu ein leckeres Rezept für Artischocken.

Zutaten: (für 4 Personen)

4 mittelgroße Artischocken

2 Bio-Zitronen

Dip nach Wahl (sehr gut dazu: Joghurt- oder Kräuterdip)

Zubereitung:

Zunächst wird ein großer Topf Salzwasser aufgesetzt. Dazu den Saft der Zitronen geben. Während das Wasser zum kochen gebracht wird, werden die Blätter der Artischocken um ein Drittel mit einer Küchenschere gekürzt. Stiele abschneiden und alles zusammen in das kochende Wasser geben. Je nach Grüße sind die Artischocken nach 30-45 Minuten gar. Kleiner Test: lassen sich die Blätter problemlos raus zupfen, sind sie perfekt gar! Anschließend die Artischocken gut auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Jetzt sind sie verzehrfertig und der (selbstgemachte oder gekaufte) Dip kommt zum Einsatz. Die Blätter werden einzeln abgezupft, in den Dip getaucht und abgezuzzelt. Die innersten Blätter allerdings nicht essen, die kann man einfach entfernen, bis man an das sogenannte Heu kommt. Das wird ebenfalls entfernt. Nun kann man abschließend noch den leckeren Artischocken-Boden genießen.

„Wenn dir die Haare ausfallen…“ – oder: Was tun gegen Eisenmangel

28 Mai

Horrorszenario:

„Wenn du kein Fleisch mehr isst, fallen dir die Haare aus!“ Wer jetzt Mutti und Oma im Ohr hat, der weiss was ich meine. Gerade die ältere Generation hält fest an dem Bild des mangelernährten Vegetariers. Besonders Eisen ist hier ein Problem, findet man es doch gerade in Fleisch en masse. Dass heute eine Vielzahl der Frauen auch ohne Fleischverzicht einen Eisenmangel aufweist, ist allerdings ebenso Fakt. Ergo: Fleischverzicht ist nicht die einzige Ursache für einen nennenswerten Eisenmangel und daher kein Argument dafür, weiterhin Fleisch essen zu müssen.


Artischocken

Der beste (Eisen-)Freund des Vegetariers: Artischocken! (wrw / pixelio.de)

Wozu genau brauch ich dieses Eisen überhaupt?!

Wer länger nicht auf einen ausgewogenen Eisenspiegel achtet, bekommt es schnell mit Müdigkeit, Leistungsabfall,  Haarausfall (da muss ich Mutti leider zustimmen), fahler und rissiger Haut zu tun. Der Grund: Der Körper benötigt Eisen zur Bildung des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin und somit für den Sauerstofftransport. Pro Tag verliert der Körper durchschnittlich 1 bis  2 Milligramm Eisen, welche wiederum durch die Nahrung neu zugeführt werden müssen. Problem dabei: Der Körper nimmt gerade einmal 8-12% des Eisens aus der Nahrung auf, was bedeutet, dass wesentlich mehr davon gegessen werden muss als der Körper tatsächlich benötigt.

Gutes Eisen – besseres Eisen

Aber nichtsdestotrotz, der Körper braucht Eisen und wem Fleisch als Eisenquelle fehlt, muss sich etwas umorientieren. Ich kann nur sagen: Vegetarier dieser Welt, stürzt euch auf Vollkorn, Hülsenfrüchte und Gemüse (hmmmm, Artischocken, Kichererbsen, Brokkoli, Spinat…)! Das strotzt nämlich nur so vor Eisen. Allerdings kann dieses pflanzliches Eisen vom Körper schlechter verwertet werden als tierisches. Abhilfe schafft Vitamin C (Orangensaft und Vollkornbrot zum Frühstück, Zitronensaft auf das gekochte Gemüse) – das hilft dem Körper, das pflanzliche Eisen besser aufzunehmen. Kaffe und Tee hingegen machens dem Körper schwerer.

Das gleiche gilt für Nichtvegetarier mit Eisenmangel – zumindest für die, die ihren Eisenmangel nicht mit einem überproportionalem Fleischkonsum ausgleichen wollen.


In eigener Mission: Restaurant-Testerin im vegetarischen Restaurant Prinz Myshkin (München)

1 Mai

Viel gehört aber bisher noch nie da gewesen – das Prinz Myshkin in Münchnen. Zum Glück hat sich das inzwischen geändert (ich war da) und da ich jetzt mitreden kann, wird die wohlqualifizierte eigene Meinung direkt kund getan.

Der erste Eindruck: Wow, ist das schick! Hier versucht jemand, vegetarischen Lifestyle zu leben – und es klappt. Die Atmosphäre ist wirklich sehr gemütlich, die Bar soll am Abend auch prall gefüllt sein…doch, hier lässt es sich aushalten! Nur der Blick auf die Preise ist erst einmal bitter. Ist beinahe jedes vegetarische Gericht auf „normalen“ Speisekarten doch eher erschwinglich, sollte man hier einen etwas wohlwollenderen Geldbeutel dabei haben. Das vorab groß angepriesene Mittagsmenü (für nur 6,50 zu haben, was im Vergleich zur restlichen Speisekarte wirklich sehr günstig und ist!) war um halb 2 leider schon aus. Schade, da hätte man mehr Vorrat haben können. Daher bleibt nur die Wahl aus der restlichen Speisekarte. Weiterer Pluspunkt: Vegane Speisen gibt es ebenfalls en masse und sind schnell an der kleinen „v“-Markierung auf der Speisekarte gefunden.

Das Wahl-Essen des Testessens: In einem Tempura-Teig gebackene Zucciniblüten, gefüllt mit Riccotta-Gemüsecreme, dazu gab es einen leckeren Dip und etwas Salat.

Das Essen: Der Wahnsinn – wirklich sehr schön angerichtet, sehr sehr gut abgeschmeckt und auch das Balsamico-Dressing mit der feinen Nuss-Note war schlichtweg eine Offenbarung.

Fazit: Hier komme ich wieder hin! Einziger Wehmutstropfen sind tatsächlich die Preise – unter 10 Euro für ein Hauptgericht findet man kaum etwas, was das Prinz Myshkin eher zu einer besonderen als zu einer alltäglichen Essenslocation für Vegetarier macht. Dafür kommen hier auch Nicht-Vegetarier voll auf ihre Kosten und auf der Speisekarte finden sich unzählige Gerichte mit einem „Muss ich unbedingt probieren“-Effekt.

Chili con Sojagranulat

12 Apr

20140202-121203.jpgZu einem ordentlichen vegetarischen Blog gehören natürlich auch die ordentlichen vegetarischen Rezepte! Das vegetarische Chili ist auf jeden Fall eines meiner absoluten Leibgerichte, das bisher sogar jeden Fleischesser überzeugen konnte. Statt Hackfleisch kommt hier Sojagranulat in den Topf. Das gibt es inzwischen in jedem Bio-Supermarkt und bei dm in kleinen Beuteln. Sieht optisch aus wie farbloser Puffreis, ist aber die perfekte Basis für ein fleischfreies Chili!

Für zwei Personen:

  • 200g Sojagranulat
  • ½ l Gemüsebrühe (stark!)
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Dose Chilibohnen
  • ½ Dose Mais
  • 1 Paprika
  • 100 ml passierte Tomaten
  • 1 Packung Knorr fix für Chili con Carne (Vorsicht – die Variante von Maggi ist nicht vegetarisch!)
  • Chili, Pfeffer, Salz, Kreuzkümmel

 Zunächst muss das Sojagranulat vorbereitet werden. Dazu ½ Liter Brühe aufkochen, dann das Sojagranulat je nach Anleitung (meistens um die 10 Minuten) kochen. Bei der Brühe darf es ruhig mehr Brühpulver sein, da das Sojagranulat kaum Eigengeschmack hat und daher um einiges mehr Würze verträgt, als Hackfleisch. Während das Sojagranulat kocht, kann man schon mal das Gemüse klein schneiden. Anschließend Öl in einer großen Teflonpfanne (ohne Teflon brennt das Granulat schnell an) heiß werden lassen, dann die Zwiebel und den Knoblauch anbraten. Dann das gut abgetropfte (!) Sojagranulat hinzu geben und alles kräftig anbraten. Wenn Soja und Zwiebeln genug Farbe bekommen haben, können die passierten Tomaten und die Paprika dazu. Das ganze etwa 5 Minuten mit der Packung Knorr fix köcheln lassen und anschließend das restliche Gemüse hinzu geben. Jetzt geht es ans würzen: Wie gesagt, man kann ruhig tiefer in den Gewürztopf greifen, als man das bei normalen Chili machen würde. Beim ersten Mal am besten vorsichtig rantasten. Wer will, kann auch noch etwas Käse untermischen. Macht wirklich mal den Test und jubelt das Chili Nichtvegetariern unter – das Ergebnis ist echt erstaunlich! 🙂 Guten Appetit!

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